Informationen - Hyposensibilisierung

Hyposensibilisierung

 Immuntherapie

Frühblüter wie Erle und Hasel können schon vor Jahresende oder zu Jahresanfang je nach Wetter Beschwerden bei empfindlichen Allergikern hervorrufen. Eine rechtzeitige Impfung kann vorbeugend kurzfristig die quälenden Symptome eines Heuschnupfens mindern und langfristig einen Übergang allergisch-entzündlichen Schädigungen aus dem Nasenraum in die Lunge (Etagenwechsel) zur Ausbildung eines Asthmas verhindern.

Als Impfung stehen zwei Arten zur Verfügung, mit denen jahrzentelange Erfahrungen gesammelt wurden.

Die eine Impfmethode ist die sogenannte spezifische Hyposensibilisierung oder auch spezifische Immuntherapie (SIT), von der viele behaupten, sie sei die einzige kausale Therapieform. Sie versagt aber in vielen Fällen (z.B. Photoallergien, Allergien mit zahlreichen oder mit unzureichend diagnostisch identifizierbaren Allergenen) und ist nicht ganz ungefährlich. Daher darf sie auch nur von besonders geschulten und geübten Ärzten angewandt werden.

Die andere Impfmethode, die auch jeder Hausarzt durchführen kann, ist eine unspezifische Hyposensibilisierung oder unspezifische Immuntherapie (UIT). Sie ist ebenso kausal wie die SIT, da der Wirkmechanismus mit dieser Impfmethode der gleiche ist, soweit Einzelheiten des Wirkens der beiden Impfmethoden bisher bekannt sind. Die UIT ist ebenso wirksam wie die SIT, das haben Vergleichsstudien schon vor vielen Jahren gezeigt. Außerdem kann die UIT z.B. bei Sonnenallergien oder in Fällen mit Belastungen durch sehr viele und unterschiedliche Allergene helfen. Die für Patienten oft sehr langwierige und belastende Suche nach Auslöser-Allergenen, die bei der SIT obligatorisch ist, muß vor der UIT nicht durchgeführt werden.

Erst in den letzten Jahren hat sich durch einige sehr spezielle Studien herausgestellt, daß der Wirkkomplex, der als Impfstoff für die UIT bereits seit mehr als 30 Jahren verwendet wird, unspezifisch Entzündungsprozesse beeinflußt. Die Vorgänge, die die quälenden Auswirkungen einer Allergie verursachen, sind ebenfalls Entzündungsprozesse. Andere Erkrankungen des Menschen werden ebenso durch Entzündungsprozesse bewirkt, z.B. sogenannte autoimmune Erkrankungen, bei denen das körpereigene Immunsystem gegen eigene Zellen oder Organe mit aggressiven Entzündungsvorgängen reagiert. Solche Erkrankungen sind rheumatologische Entzündungserkrankungen, Arthritis, Multiple Sklerose und andere. Man wird nun versuchen, den Wirkkomplex der UIT nicht nur zur Behandlung von allergischen Erkrankungen sondern auch für andere autoimmune Entzündungserkrankungen zu entwickeln.

(Information der BIP, 22.10.99)

 

Urtikaria, allergisch bedingte Hautekzeme
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